Als Kind habe ich »Schweinespeck« oder etwas vornehmer ausgedrückt: »Mäusespeck« geliebt.
Heute kennt das niemand mehr, jetzt sagt man wohl auch hierzulande »Marshmallows« dazu.
Irgendwann vor ganz vielen Jahren gab es mal die »Ghostbusters«-Filme, in denen eine riesige Figur mitspielte, der »Marshmallow Man«. Als Kind fand ich den lustig.
Heute denke ich, ich könnte gut dieser »Marshmallow Man« sein: riesengroß, ein bisschen zu viel Marshmallows gegessen und daher eher behäbig.
Ich meine aber gar nicht das Aussehen.
Eigentlich meine ich eher das Gefühl. Es fühlt sich oft so an, als wenn ich in so einem viel zu großen Kostüm bin. So ein Ding, was man häufig bei Instagram sieht, wo die Leute einsteigen und das dann durch einen Ventilator aufgeblasen wird.
Bei mir ist der Ventilator kaputt.
Ich muss die ganze Zeit pusten und pusten, damit dieser Trümmer von Kostüm nicht in sich zusammenfällt und mich unter sich begräbt.
Manchmal vergesse ich zu pusten, oder ich bin von irgendetwas abgelenkt und puste nicht genug.
Dann fällt das Scheißding sofort in sich zusammen und ich muss mir die Lunge aus dem Hals hecheln, um irgendwie beweglich zu bleiben.
Ganz schön anstrengend.
Wenn ich in den Spiegel blicke, sehe ich den »Mäusespeckmann« in seinem schlaffen Kostüm.
Ich weiß auch gar nicht mehr, warum ich überhaupt dieses Kostüm trage. Warum die Hülle, und wer steckt da eigentlich drin?
